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Alt 13.11.2008, 11:51   #1 (permalink)
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namewise befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Anfang oder Ende der Krise?

Ganz still neigt sich ja das Jahr dem Ende zu. Draussen ist ein Sauwetter und ich mach mir in meinem warmen Stübchen den ein oder aderen Gedanken wie es wohl so weitergeht in 2009.

Die Finanzkrise hat weltweit die Aktienmärkte bis tief ins Mark erschüttert. Die Indizes haben sich halbiert. Die Autoindustrie setzt Millionen von Menschen auf die Strasse. Wars das oder krachts erst noch so richtig?

Aus meiner neugierigen Natur tät mich jetzt mal von euch interessieren wie Ihr den weiteren Lauf der Dinge einschätzt!

Wie und wo seht Ihr die Wirtschaft in Deutschland und der Welt in den nächsten Monaten? Wie seht Ihr die Auswirkungen auf den Domainmarkt? Was unternehmt Ihr im Moment um sich darauf einzustellen? Wo seht ihr jetzt und in nächster Zeit Chancen?


Herzlichsten Dank fürs zurückfüttern sagt der Namewise
namewise ist offline  
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Alt 13.11.2008, 12:20   #2 (permalink)
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PaulMD befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Also hier scheint die Sonne

Bisher das 2. schlechteste Jahr im Dow überhaupt seit Auferlegung. Trotzdem beschleicht mich das Gefühl, dass hier künstlich eine massive Panik herbeigeführt wurde und immernoch anhält (es gibt kein anderes Thema mehr im Moment in den Medien). Irgendwie ist die ganze Sache doch für den Otto-Normalbürger garnicht nachvollziehbar, wahrscheinlich nichtmal für die meisten Volkswirte.
Derweil nehmen Directory Dealings zu und es es werden teils fette Millionen in Käufe investiert. Irgendwas stimmt nicht...

Ich glaube das nächste Jahr wird besser als es zur Zeit von einigen erwartet wird, was bedeuten würde, dass dann erwartet wird das die Konjunktur wiederanzieht/Kurse steigen.
Das is meine rein psychologische Meinung zu der Sache. Wirtschaftlich kann und will ich das garnicht ausklamüsern...
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Geändert von PaulMD (13.11.2008 um 12:26 Uhr)
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Alt 13.11.2008, 12:22   #3 (permalink)
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Thorsten befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Ich persönlich glaube was die Realwirtschaft angeht, stehen wir jetzt erst am Anfang der Krise. Die Märkte haben die Entwicklung im Prinzip vorweggenommen indem sie um 40/45% korrigiert haben. Hier sehe ich für 2009 auch noch Downside-Potential, jedoch wird es die Realwirtschaft viel härter treffen. Massiver Arbeitsplatzabbau, Firmenpleiten im Bereich der Industrie und starker Konsumverzicht werden hier auf der Tagesordnung stehen.

In dem Zusammenhang finde ich besonders erschreckend wie realitätsfern hier die Gewerkschaften agieren. 7-10% Lohnforderungen in Zeiten wo die Wirtschaft buchstäblich zusammenbricht. Da will man einfach die Wahrheiten nicht akzeptieren. Generell werden im Zuge dieser Finanzkrise massive Änderungen auf Deutschland und Europa zukommen. Es ist ja nicht nur die Schuld der Banker sondern eine ganze Generation hat über Jahre hinweg weit über ihre Verhältnisse gelebt mit immer höheren Schulden und immer größeren Exzessen. Da tun sich teilweise Abgründe auf, dass sich keiner traut die wirklichen Probleme anzusprechen.

Beispiel General Motors. Die Firma hat über 250 Milliarden USD an Schulden. Man muss nicht besonders hell sein um zu sehen, dass diese Schulden niemals beglichen werden können. Der einzige Grund warum das niemand offen anspricht ist weil man es sich nicht leisten kann. An GM und Ford hängen direkt und indirekt 3 Millionen Arbeitsplätze. Da schleppt man die Firmen lieber durch und hofft das sie noch durchhalten bis die nächste Legislation dran kommt. Aus dem Grund wird auch ein Obama absolut nichts ändern können. Die Schulden haben eine Höhe erreicht, die es jeder Regierung unmöglich macht Änderungen durchzusetzen. Man kann mit Mühe noch den Status Quo erhalten, und auch das nur mit immer neuen Schulden. Aber über dieses Thema könnte ich Bücher füllen...

Was bedeutet das alles für den Domainmarkt? Nun schaut euch an was in USA los ist. Die großen Player schaufeln ihre Bestände auf die Straße als würde es morgen kein Internet mehr geben. Ich bekomme jede Woche Mails wo mir Amis ihre 2stelligen/3stelligen .coms anbieten, nur weil mein Name mal vor 3 Monaten bei dnjournal.com aufgetaucht ist. Anfangs wurden die 2stelligen für mittel 6stellige Beträge gehandelt und angeboten. Inzwischen bekommt man sie ab 100.000USD. Sedo USA schickt wöchentlich emails mit price reduced Domains, und es sind meistens die selben Namen over and over again. Da es bei uns nie diese MegaSales gab wie international bei .com´s ist natürlich der Markt für .de Domains allgemein stabiler. Es gab keine Exzesse nach oben, also wird es auch weniger starke Exzesse nach unten geben. Wer gerade liquide ist, kann jedenfalls im Moment gute Deals machen wenn er .com´s kaufen will. Auf den großen Auktionen sind die Reserves teilweise extrem stark reduziert oder sogar ohne Reserve nur um sichere Sales zu generieren. Wie in jeder Krise gibt es also auch hier Chancen zum Einstieg!

Die größte Gefahr sehe ich persönlich wenn das was wir in Deutschland "sozialer Frieden" nennen ernsthaft gefährdet wird. Steigt die Arbeitslosigkeit zu stark, geraten mehr und mehr Menschen in die Abhängigkeit oder verarmen größere Teile der Gesellschaft sehe ich wirkliche Probleme. Dann wenn die Not so groß wird, dass die Menschen eben nicht mehr "stillhalten"... Aber hoffen wir das es nicht soweit kommt
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Alt 13.11.2008, 12:45   #4 (permalink)
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Ich höre jahrelang immer etwas von neuen Rekordumsätzen bei eben jenen großen Unternehmen, die nun im Zuge einer Finanzkrise auf einen Schlag jede Menge Mitarbeiter entlassen "müssen". Für mich eine bewußte Ausnutzung der Lage, um sich von lästigen Lohn- und Lohnnebenkosten zu entledigen und dafür in Kürze noch mehr Kohle einzusacken.

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Alt 13.11.2008, 12:50   #5 (permalink)
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@ wulfman leider 100% zustimm.....
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Alt 13.11.2008, 12:53   #6 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Wulfman Beitrag anzeigen
Ich höre jahrelang immer etwas von neuen Rekordumsätzen bei eben jenen großen Unternehmen, die nun im Zuge einer Finanzkrise auf einen Schlag jede Menge Mitarbeiter entlassen "müssen". Für mich eine bewußte Ausnutzung der Lage, um sich von lästigen Lohn- und Lohnnebenkosten zu entledigen und dafür in Kürze noch mehr Kohle einzusacken.

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Alt 13.11.2008, 12:59   #7 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Thorsten Beitrag anzeigen
Rekordumsätze auf Pump! Gewinne auf Leverage! Alles nur auf dem Papier.
Dahinter stand nie reales Geld.
Vielleicht hast Du sogar recht damit, ich weiß es nicht besser, aber das Fazit bleibt wohl dasgleiche: Die Großen kriegen den Hals nicht voll genug, werden dafür nicht einmal zur Rechenschaft gezogen und die Kleinen müssen es ausbaden.

So sind wir, Menschen.
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Alt 13.11.2008, 13:13   #8 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Wulfman Beitrag anzeigen
Vielleicht hast Du sogar recht damit, ich weiß es nicht besser, aber das Fazit bleibt wohl dasgleiche: Die Großen kriegen den Hals nicht voll genug, werden dafür nicht einmal zur Rechenschaft gezogen und die Kleinen müssen es ausbaden.

So sind wir, Menschen.

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Alt 13.11.2008, 15:00   #9 (permalink)
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Zitat:
Zitat von namewise Beitrag anzeigen
Anfang oder Ende der Krise?
ackermann hat doch im mai schon etwas vom "anfang des endes der krise" erzählt...und der muss es ja wohl wissen...

ich glaube dass wir bisher nur den trailer der krise sehen. der hauptfilm läuft dann ab 2009. vielleicht erwischt es den dollar, vielleicht den euro oder am ende beide. vielleicht gibt es bald den amero oder gleich eine weltfinanzregierung / weltwährung - am ende einer komplett durchinszenierten vorstellung der nwo...alles ist möglich

aber mal im ernst - es kusieren ja schon wahre schauermärchen. stichwort massenarbeitslosigkeit, inflation, credit default swaps, cross border leasing, aig u.s.w.

da kann einem schon etwas bange werden...


Zitat:
Zitat von namewise Beitrag anzeigen
Wie seht Ihr die Auswirkungen auf den Domainmarkt?
noch mache ich mir um den domainhandel keine grossen sorgen. solange grosse unternehmen noch hunderte millionen im jahr für marketing ausgeben können, werden sie wohl auch domains für ein paar tausend euro kaufen. es könnte natürlich passieren, dass wir in einer kommenden hyperinflation über heutige "rekordpreise" nur noch müde lächeln werden...kleiner scherz

Zitat:
Zitat von namewise Beitrag anzeigen
Was unternehmt Ihr im Moment um sich darauf einzustellen?
was können wir tun? alle domains so schnell wie möglich verkaufen um sich dann mit dem geld (besser gold) an einen sicheren ort abzusetzen wenn hier alles auseinanderfliegt. vielleicht eine kleine holzhütte in den kanadischen wäldern

mfg
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Alt 13.11.2008, 15:06   #10 (permalink)
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Frank befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Der Boom war auf Pump. Viele US-Kreditnehmer haben mit fremdem Geld, das sie nie hätten bekommen dürfen, Autos und Häuser gekauft und somit unfreiwillig ein riesiges weltweites Konjunkturprogramm gestartet. Profitiert haben davon sehr viele, natürlich auch der Mittelstand. Diese Überproduktion gibt es nun nicht mehr, jetzt gelten wieder die Regeln von Angebot und Nachfrage.

Ich befürchte, dass die Auswirkungen massiver werden können, als bisher angedeutet wird. Sehr bedenklich finde ich, dass die Regierungen nun Programme entwickeln (müssen?), um diese Überproduktion möglichst am Leben zu erhalten. Was bedeutet, dass über Bedarf Rohstoffe und Energie verbraten werden.

Was diese Entwicklung für den Domainmarkt bedeutet?

Für Unternehmen, die Werbekosten senken müssen, kann man nur hoffen, dass sie die Effektivität von Internet- und Handywerbung (weniger Streuverluste) im Gegensatz zu Print- und TV-Werbung noch viel mehr für sich entdecken und entsprechend ihre Etats umschichten.

Für Investoren ist ein Mix aus verschiedenen Anlageformen immer interessant. Ein Verständnis für Domains ist hier noch wenig entwickelt.

Hier sehe ich Chancen für den Domainmarkt. Vermutlich geht es aber bergab, weil Domains zu sehr an kurzfristiger Monetarisierung gemessen werden. Es wird wohl dieser Kausalzusammenhang dominieren: sinkende Wirtschaftszahlen, sinkende Werbeausgaben, sinkende Werbeeinnahmen, sinkender Domainwert...


Schöne Grüße
Frank
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